Meerjüngling vom Rhein für die Dänen

800 Kilo schwer, 400 000 Euro teuer und in mehr als 2500 Stunden in Handarbeit auf Hochglanz poliert. Der eiserne Nackedei wurde vor der Kulturmeile der Hafenstadt am Ufer der Ostsee platziert. Seit wenigen Tagen „Beobachtet“ er die ein- und auslaufenden Schiffe von der Hafenmole. Die lebensgroße Figur mit dem Namen „Er“ (dänisch: „Han“) ist das männliche Pendant der weltberühmten „Kleinen Meerjungfrau“, die seit 99 Jahren den Hafen Kopenhagens schmückt.

Er blickt genau in ihre Richtung und blinzelt ihr (dank eines kleinen Elektromotors) einmal in der Stunde zu – über eine Entfernung von 38 Kilometer Luftlinie hinweg. Der Entwurf für den Meerjüngling stammt von dem Künstlerduo Michael Elmgreen (London) und Ingar Dragset (Berlin).

„Sie haben erfahren, dass Kunstgüsse aus Edelstahl zu unserem Spezialgebiet gehören“, sagt der Geschäftsführer Clemens Schmees. Die Konkurrenz-Statue für Kopenhagens „Kleine Meerjungfrau“ aus dem Märchen von H. C. Andersen war dennoch eine große Herausforderung für das Mitarbeiterteam der Langenfelder Firma.

Arbeiter schweißten den blanken „Han“ aus sieben Gussteilen zusammen. Dabei war weniger der Guss des 1,90 Meter hohen Burschen das Problem, sonder die hochglanzpolierte Oberfläche. „Sie sollte Tiefenschärfe erhalten, so verzerr frei wie möglich sein und zu einem Spiegel werden, sagt Schmees.

Nach mehr als 2500 Stunden Polieren wurde das in reiner Handarbeit erreicht. Die Details wie Zehen, Fingernägel, Lippen und Brustwarzen polierten die Arbeiter teils mit Zahnbürsten und Instrumenten vom Zahnarzt.

FOTO: DANIEL FÖRSTER
Originalbericht erschienen in der: Express, Ausgabe Düsseldorf vom 21.06.2012
Geschrieben von DANIEL FÖRSTER

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Pressebericht Express Düsseldorf vom 21.06.2012

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Letzte Änderung: 30.06.12