Meerjungfrauen küsst man nicht

Dänemark hat ein neues Wahrzeichen – eine glänzende männliche Skulptur mit Spiegeleffekt, produziert in den Edelstahlwerken Schmees im rheinländischen Langenfeld. 800 Kilo schwer, 400 000 Euro teuer und in mehr als 2500 Stunden in Handarbeit auf Hochglanz poliert. Der eiserne Nackedei wurde an prominenter Stelle vor der Kulturmeile Helsingörs am Ufer der Ostsee platziert. Seit wenigen Tagen beobachtet er die ein- und auslaufenden Schiffe von der Hafenmole. Die lebensgroße Figur ist das männliche Pendant der weltberühmten kleinen Meerjungfrau, die seit 99 Jahren den Hafen Kopenhagens schmückt. Und nicht nur das: ,,Er“, so heißt die Statue (Dänisch: Han), blickt genau in ihre Richtung und blinzelt ihr über 38 Kilometer Luftlinie hinweg stündlich zu. Dafür sorgt eine elektrische Vorrichtung. Der Entwurf für den Meerjüngling stammt von dem Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset. ,,Sie erfuhren, dass Edelstahlgüsse zu unserem Spezialgebiet gehören“, sagt Geschäftsführer Clemens Schmees, Die Konkurrenz – Statue zur kleinen Meerjungfrau war dennoch eine große Herausforderung für das Mitarbeiterteam der Langenfelder Firma, da die glänzende Oberfläche Tiefenschärfe zulassen sollte. Details wie Zehen oder Lippen polierten die Arbeiter mit Zahnbürsten. Die Skulptur sei gut gelungen, sagte der Bürgermeister von Helsingör, Johannes Hecht-Nielsen, voller Begeisterung und nicht ohne Stolz. Schließlich hofft seine Stadt durch ,,Han“ auf zusätzliche Touristen. Geschäftsführer Clemens Schmees war bei der Enthüllung nicht weniger hingerissen: ,,Der Jüngling war eine unserer größten Herausforderungen, Das Ergebnis ist überragend. Die Skulptur leuchtet und funkelt wie ein Diamant.“

FOTO: DANIEL FÖRSTER
Originalbericht erschienen in der: Kölner Stadtanzeiger vom 23.06.2012
Geschrieben von DANIEL FÖRSTER

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Pressebericht Kölner Stadtanzeiger vom 23.06.2012

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Letzte Änderung: 30.06.12