Stahlguss für Kunst und Industrie

Vom filigranen Kunstwerk bis zu robusten Turbinengehäusen, Edelstahlguss von zehn Kilo bis zehn Tonnen Gewicht – die Palette der Produkte der Edelstahlwerke Schmees in Pirna ist groß. Allein 10.000 Modelle für Gussteile liegen im Lager. Darüber hinaus feilen die rund 250 Mitarbeiter im Copitzer Werk an individuellen Kundenwünschen. „Wir sind im Projektgeschäft tätig, liefern keine Serienfertigung“, sagt Geschäftsführer Johann Unglaub. Die Auftragsmengen liegen meist unter drei teilen und alles ist Handarbeit – eine Manufaktur für Edelstahl.

Die Kunden können aus über 300 verschiedenen Edelstahllegierungen wählen – von korrosionsbeständig über hitzebeständig bis zu verschleißfest. Sie schicken eine Zeichnung. „Wir erarbeiten eine technologische Lösung“, berichtet Unglaub. Diese wird in ein Modell umgesetzt, das danach in ein Sandbett eingeformt wird. in die Sandform kommt der kochende Stahl. Der zischt, brodelt, glüht und ist zwischen 1500 und 1600 Grad Celsius heiß. „Wir sind ein Recyclingunternehmen“, meint Unglaub. Denn die Gießer schmelzen Schrott- sowie schneide- und Stanzabfälle ein. Aus zwei Kilo Flüssigmaterial formen sie ein Kilo guten Guss.

Ist das Gussteil ausgekühlt und gehärtet, beginnt die Präzisionsarbeit. Funken fliegen und sprühen beim Brennen, schweißen und Putzen. Das überschüssige Material muss ab. Außerdem bringen sie den Rohling noch einmal zum Glühen. Durch die Wärmebehandlung wird die Eigenspannung der teile abgebaut. Nach Feinschliff und Polierung folgt noch Materialprüfung und -analyse, ehe das fertige Produkt das Werk verlässt. Die Durchlaufzeiten eines Gussteiles liegen je nach Größe im Schnitt bei sechs Wochen bis zu einem halben Jahr.

Die Produkte reichen von Turbinen über Pumpengehäuse bis hin zu Industriearmaturen und Edelstahlteilen für den Maschinen-und Anlagenbau. Sie sind in Kraftwerken, in der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie und auf Ölplattformen zu finden. ein Spezialgebiet sind Kunstwerke. Zu den Auftraggebern zählen Horst Gläsker und Tony Cragg. Sieben Werke befinden sich in der Fertigung, darunter eine sechs Meter hohe Figur für eine Kunstsammlung in Lugano.

Rund 28 Millionen Euro Umsatz haben die Edelstahlwerke Schmees 2013 erwirtschaftet, ähnlich dem Vorjahr. Auf dem Werksgelände wurde fleißig gebaut. Seit Februar steht ein neues Verwaltungsgebäude an der Basteistraße. Damit waren die Zeiten in den Baracken vorbei. Rund zwei Millionen Euro nahm das Unternehmen dafür in die Hand, welches 1961 in Langenfeld gegründet wurde und nach der Wende den zweiten und heutigen Hauptstandort in Copitz kaufte. Das Verwaltungsgebäude war nicht die einzige Investition. Für 600.000 Euro wurde ein neuer Wärmebehandlungsofen angeschafft. Der hat einen niedrigeren Gasverbrauch als sein Vorgänger und geht nun in Betrieb.

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Pressebericht Dresdner Neue Nachrichten vom 17.06.2014

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Letzte Änderung: 23.06.14